Sidemount vs. Backmount

Sidemount oder Backmount, Padi oder CMAS, Pressluft oder Nitrox, Mares oder Apeks, Kallweit oder Santi…. ich denke bei keinem Sport gibt es so viele Themen, wo so beherzt gestritten werden kann und wird. Eines ist eben das Thema Backmount vs. Sidemount. Kurze Basis-Erklärung, sollte einer mit den Begriffen Sidemount/Backmount nichts anfangen können.

Im Endeffekt geht es um den Lagerort des Atemgases, welches wir unter Wasser benötigen. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Backmount nichts anderes als „Rückseitig angebracht“ (Ja, frei übersetzt) und Sidemount eben „Seitlich angebracht“. Backmount ist also die klassisch auf dem Rücken angebrachte Tauchflasche(n) am Jacket bzw. Wing. Beim Sidemount dagegen werden die Flaschen links und rechts am Rumpf des (Taucher-)Körpers angebracht.

Grundsätzlich sei gesagt: Man kann Sidemount-Tauchen auch mit einer Flasche und einem Gegengewicht aus Blei tauchen, was ich persönlich noch nie gemacht habe, wo mir auch der Sinn fehlt. Einerseits verändert sich die Masse der Flaschen stetig, da Luft entnommen wird. Auch wenn Luft gefühlt nichts wiegt, so wissen alle Taucher, die schonmal eine leere und eine volle Flasche in der Hand hielten: So 2400 Liter Luft wiegen halt doch etwas (Um genau zu sein 1,29g/l ==>2400*1,29/1000=3,096kg). Und das Gegenblei bleibt starr bei seinem Gewicht, was beim größten Gewichtunterschied wenig Spaß macht. Außerdem: Warum sollte man künstlich mit Blei einen Körper substituieren, der mitgenommen einfach noch einmal die gleiche Tauchzeit ermöglicht??? Daher gehe ich bei Sidemount immer von 2 Flaschen aus.

Die Unterschiede vor dem Tauchen sind: Ein Backmounttaucher nimmt seine Flasche, schiebt sein Jacket/Wing drüber und montiert die Atemregler. Er zwängt sich in seinen (Trocken-)Tauchanzug und lupft das Jacket/Wing unter Umständen mit fremder Hilfe auf die Schulter und stapft mit dem irren Gewicht an den See. Seit ich sidemounted tauche, steig ich aus, Grüße alle und bereite dann meine Flaschen vor. Vorbereiten heisst: Atemregler dran, evtl. Flaschengurt und Gummiringe drüber und Schläuche verstauen. Dann trage ich erstmal meine zwei Flaschen in normaler Freizeitkleidung ans Ufer, schaue mir relaxt die Gegend über Wasser an und gehe wieder zurück. Ich hüpf in meinen Anzug, schmeiss mir mein Wing ‚locker‘ über die Schulter und schliesse es. Dann nehm ich auf die Schnelle mein Kleingerödel wie Kamera oder ähnliches und befestige es an die D-Ringe und verschwinde dann locker mit Flossen und Maske in Richtung Ufer. Dort werden noch die Flaschen eingeklinkt und gut ist. In der Summe sei gesagt: Sidemount dauert länger in der Vorbereitung, geht aber extremst entspannt. Und wollen wir uns doch mal vorstellen: 1. August, 35°C im Schatten, geplanter Deko-TG auf 40m, Trocki mit ganz viel Unterzieher, Wing mit Doppel12 und dazu noch ein bisserl Blei. Vom Parkplatz zum Ufer 300m. Voll aufgerödelt erklärt sich spätestens nach 100m Wegstrecke, warum der Hitzschlag Teil der Taucherausbildung ist. Und dann kommt noch ein vor sich hinträllernder Sidemount-Taucher an Dir in Badehose vorbeigeschlendert. Spätestens jetzt fängst Du an, über Sidemount nachzudenken ;-).

So, jetzt sind wir im Wasser, was gibt es da für Unterschiede? Lästig am Anfang: Das Einhänge der Flaschen im Harness (Gurtsystem). Dann die Regler und die Inflatorschläuche anschliessen und in die richtige Position bringen und die Flaschen erst jetzt aufdrehen. Dann aber: Ein komplett neues Taucherlebnis. Man kann die Flaschen durch die Gegend schieben, je nachdem wo man seinen Schwerpunkt wünscht. Aufgrund dessen, dass ich ein kapitaler Sitzriese bin, war das trimmen für mich schon immer der Horror. Ich habe backmounted mir an jeden Fuß 1kg Blei drangehängt und es zog mir noch immer die Füße nach oben. Bei meinem ersten Sidemount-Tauchgang war dieses Problem von Anfang an nicht bei mir existent. Anfangs ist das regelmässige Wechseln der Atemregler ungewohnt. Gerade dieses regelmässige Wechseln wird oft als Nachteil aufgeführt. Doch inzwischen finde ich es gut, regelmässig die Atemregler zu wechseln. Man bekommt den Vorgang ‚ins Blut‘ und muss sich in einem Notfall keine Gedanken über die Abläufe machen und spätestens nach Deinem 20. Sidemount-Tauchgang geht der Wechsel von allein. Und auch wenn es jeder Taucher mit x>10TG es gar nicht mitbekommt: Aber das Balanzieren der Flasche auf dem Rücken wird nur nicht mehr wahrgenommen, sondern es entfällt gänzlich. Lediglich der Lagewechsel an der Wasseroberfläche ist beim Sidemount-Tauchen lästiger, aber auch relativ easy handlebar.

So, jetzt hat er ein Loblied auf das Sidemount-Diving gesungen, jetzt wird er das Fazit bringen „Taucht Sidemount“. Und genau das werde ich nicht tun, bzw. schon, aber anders. Ich meine, probiert es aus. Jeder Taucher sollte es einfach mal probieren, ob es ihm gefällt oder nicht. Es gibt sicherlich Taucher, denen das Sidmount-Tauchen nichts bringt, aber es gibt viele, denen dieser Stil sehr viel bringen könnte. Daher: Spart Euch ein Trockentauch-Brevet oder ein Deep-Dive-Brevet oder ein „Weiss-Der-Geier-Was-Kommerzielle-Verbände-Alles-Erfunden-Haben-Brevet“ und gönnt Euch stattdessen einen Sidemount-Test. Der Bocki bietet Sidemount-Kurse zu Preisen von 45€ bis 360€ in seiner Tauchbasis „Under Pressure“ am Attersee an. Es muss nicht der Sidemount-OWD sein, bei dem man das Tauchen neu beigebracht bekommt. Oder Ihr macht es wie ich: Ihr schraubt Euer Wing zu einem „Toddy-Style-System“ um und probiert es zusammen mit einem sehr erfahrenen Taucher oder Tauchlehrer, der Euch im Zweifel wieder an die Wasseroberfläche bringen kann.

 

Magnus, 14.10.2016

Hola Welt!

Hola zur deutschen Version von WordPress. Dies ist der erste Beitrag. Ich kann ihn bearbeiten oder löschen. Doch lass ich genau diesen Beitrag, bzw. editiere Ihn.

Es gibt mindestens 327 Seiten mit den diversesten Themen über das Tauchen, das Einkleben von Manschetten in den Trocki, das Verhalten gegenüber Haien oder die richtige Ausbildung von OWD’s bzw. CMAS*-Tauchern. Dies hier wird eine ganz normale Seite aus meinem eigenen Taucherleben, es wird auch ein Verbandsbashing geben (Mit vielleicht neuen Gesichtspunkten). Ich werde Euch nicht erklären, wie man eine Manschette in einen Trocki einklebt, aber evtl. zeige ich es Euch, wenn ich es bei meinem Trocki getan habe (ob erfolgreich oder nicht).

Wer bin ich und was will ich? Ich bin ein CMAS**-Taucher, der gerade seinen CMAS*** und seinen TL-Assi anstrebt. Und ich denke, dass ich ein relativ vernünftiger Mensch bin, der Risiken und Nebenwirkungen abwägen kann und selbst ganz gut merkt, wenn er Blödsinn treibt und wann es um eine lebensrettende Einstellung geht. Aber ich bin mit Sicherheit keini Tauchprofi. Auch wenn ich 2017 hoffentlich mein TL*-Brevet schaffen werde, so hör ich mir auch Ideen von einem OWD an.

Warum ich diese Seite mache? Schon relativ bald nach meinem (Padi) OWD habe ich bemerkt, dass ich nicht drei mal im Jahr im Urlaub die Wasseroberfläche von unten ansehen möchte, sondern dass ich Erfahrungen machen möchte, die ich weitergeben kann. Schon bald habe ich mir Gedanken gemacht, wie meine Sicht als Anfänger in die Ausbildung integriert werden kann. Und es gibt viele andere Gedankengänge, die ich Niederschreiben möchte. Dabei ist Kritik, dabei ist Wissen, dabei sind Erfahrungen und auch noch vieles andere wie z.B. schlicht Unterhaltung.

Ich wünsche Euch auf meiner Seite viel Spaß…

Euer Magnus